Ich muß in den chatroom
Das Internet ermöglicht die Kommunikation zwischen Millionen von Menschen rund um den Globus. Es gibt tausende von Chatrooms, die ganz unterschiedliche Bedürfnisse ihrer Besucher ansprechen. Ob Sie nun auf der Suche nach der großen Liebe sind oder etwa einen Partner für einen Seitensprung finden möchten, ob Sie sich über Philosophie oder fremde Länder austauschen wollen oder ob Ihr Ziel eine gepflegte Unterhaltung mit Menschen ihrer Altersklasse ist – in den unendlichen Weiten des Internets finden sich zu jedem erdenklichen Thema Chaträume. Sie müssen sich nicht mehr die Mühe machen und aus dem Haus gehen, sich nicht besonders hübsch zurecht machen, um dann in einer Kneipe nach Gleichgesinnten Ausschau zu halten. Sie brauchen nur den PC einschalten, einen Chatraum im Internet aussuchen und beim Schreiben mit einem Chatpartner sympathisch wirken. Die Anonymität des Internets erlaubt es Ihnen ohne Scham und ohne Angst vor Ablehnung offen über Ihre Wünsche und Gedanken zu sprechen.
Doch diese angebliche Freiheit und die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten haben auch ihre Schattenseiten. Wenn das Chatten immer mehr die realen Kontakte ersetzt und der Betroffene immer mehr Zeit in den Chaträumen verbringt, entwickelt sich eine Abhängigkeit. Diese führt häufig dazu, dass tägliche Pflichten vernachlässigt werden und Kontakte zu realen Freunden, Bekannten und Verwandten abgebrochen werden. Die Gedanken eines Chatsüchtigen kreisen immer wieder um das online sein, die Chat-Freunde und die eventuell neuen Nachrichten in der Inbox, dem Postfach der Chatplattform. Dieser Zwang erschwert das Konzentrieren auf den Alltag und treibt die Betroffenen immer mehr in Ihre virtuelle Welt. Menschen, die in diesem Teufelskreis gefangen sind, finden ohne psychologische Beratung nur schwer den Weg zurück in ein geregeltes Leben mit einem gesunden sozialen Umfeld.
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